Startseite  |   Nutzungsbedingungen  |   Impressum   
Weihnachtskarten
 Rote Weihnachtskarten
 Desing Weihnachtskarten
 Blaue Weihnachtskarten
 Neujahrskarten
ANLÄSSE
 Geburtstag
 Ostern
 Muttertag
 Valentinstag
MOTIVE
 Blumen
 Landschaften
 Tiere
 Phantasie
Lieder & Gedichte
 Weihnachtslieder
 Weihnachtsgedichte
 
 
 


Weihnachtsgedichte

 

Die heiligen drei Könige im Kölner Dom

Auf stillen Felsenhöh'n
Wir standen viele Nächte,
dort nach dem licht zu sehn
Vom künftigen Geschlechte.

Ein alt prophetisch Lied,
Es hat auch uns geklungen,
Hat unser Herz durchglüht
Und innig uns durchdrungen.

Da trieb es uns hinaus,
Zu wandern durch das Leben,
Die Ruh', den Hof, das Haus
Und alles dranzugeben.

Uns riefen von dem Herrn
Die Sagen und die Kunden,
Wir folgten seinem Stern,
Bis wir ihn selbst gefunden.

Maria, süßes Bild,
Wir können's nie vergessen,
Wie du so fromm und mild
Am Krippelein gesessen.

Das folgt uns wie im Traum
Nach Köllen an den Rheine,
Füllt unsern Grabesraum
Mit seinem hellen Scheine.

Und wenn ein holdes Kind
Nach unserm Grabe ziehet,
Wenn treu und stillgesinnt
Sich Muttersorge mühet,

Dann fühlen wir die Lust
Aus alter Zeit sich regen,
Es zieht in manche Brust
Aus unserm Grab der Segen.

Der Myrrhen Bitterkeit,
Man kennt sie wohl im Leben,
Doch sollen drüber weit
Die Weihrauchwolken schweben.

Das Gold es ist die Treu
Im Leben wie im Sterben:
Solch edle Spezerei
Kann jeder hier erwerben.

Max von Schenkendorf 1783 - 1817
Weihnachtsfreude

Der Winter ist gekommen
Und hat hinweg genommen
Der Erde grünes Kleid;
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
Kein Blatt ist an den Bäumen,
Erstarrt die Flüsse weit und breit.

Da schallen plötzlich Klänge
Und frohe Festgesänge
Hell durch die Winternacht;
In Hütten und Palästen
Ist rings in grünen Ästen
Ein bunter Frühling aufgewacht.

Wie gern doch säh' ich glänzen
Mit all den reichen Kränzen
Den grünen Weihnachtsbaum!
Dazu der Kindlein Mienen
Von Licht und Luft beschienen;
Wohl schönre Freude gibt es kaum.

Da denk’ ich jener Stunde,
Als in des Feldes Runde
Die Hirten sind erwacht,
Geweckt vom Glanzgefunkel,
Das durch der Bäume Dunkel
Ein Engel mit herab gebracht.

Und wie sie da noch oben
Den Blick erschrocken hoben
Und sah'n den Engel stehn,
Da staunten sie wohl alle,
Wie wenn zum ersten Male
Die Kindlein einen Christbaum sehn.

Ist groß schon das Entzücken
Der Kinder, die erblicken,
Was ihnen ward beschert:
Wie haben erst die Kunde
Dort aus des Engels Munde
Die frommen Hirten angehört!

Und rings ob allen Bäumen
Sang in den Himmelsräumen
Der frohen Engel Schar:
"Gott in der Höh" soll werden
Die Ehre, und auf Erden
Den Menschen Frieden immerdar.

Drum pflanzet grüne Äste
Und schmücket sie aufs beste
Mit frommer Liebe Hand,
Dass sie ein Abbild werden
Der Liebe, die zur Erden
Solch großes Heil uns hat gesandt.

Robert Reinick 1805 - 1852
Die Hirten

Himmels Botschaft ist erklungen;
Ach, ein wunderbarer Klang!
Engel haben uns gesungen
Einen seligen Gesang:
Heute sei das Kind erschienen,
Dem die Himmel ewig dienen.

Nun zu suchen seine Spuren
Und zu schau’n das Licht der Welt,
Führt uns Liebe durch die Fluren,
Liebe führt uns übers Feld.
Sprecht, wo seid ihr, liebe Boten,
Die uns jenen Gruß entboten?

Seitwärts lenken sich die Blicke,
Seitwärts, wo das helle Licht
Aus der alten, kleinen Hütte
Gar zu lieb und fröhlich bricht:
Wo sich unsre Stäbe neigen,
Scheinet alles hinzuzeigen.

Kommt ihr endlich in das Leben,
Alte Sehnsucht, alter Traum?
Kann die Erde dir nicht geben
Bessre Ruh' und bessern Raum?
Wo die Tiere friedlich schlafen,
Liegt der Hirt bei seinen Schafen.

Sei gegrüßt, o holder Knabe,
Unsrer Hoffnung Morgenrot,
Aller Himmel höchste Gabe,
Aller Welten Himmelsbrot,
Angesagt von alter Kunde,
Meister in dem neuen Bunde!

Nimm den Stab mit zarten Händen,
Deinen sanften Hirtenstab,
Führe treu von allen Enden
Deine sel'ge Schar hinab,
Führe sie zum Kreuzestale,
Wo sie ruht in deinem Strahle.

Hirten, lasst und weitergehen,
Schallen soll der Lobgesang:
Ehre droben in den Höhen
Gott im hellen Sternenklang!
Friede soll nun auf der Erden,
Aller Menschen Freude werden!

Max von Schenkendorf 1783 - 1817
© 2007 - Weihnachtslieder - Weihnachtsgedichte.